Aktuelles

40. Jahresfachtagung 2015

Rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Bereich Forschung und Lehre, sind der Einladung der VDSI Fachgruppe Hochschulen und wissenschaftliche Institutionen, an die traditionsreiche Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München, gefolgt. Das breite Spektrum an Arbeits- und Gesundheitsschutzthemen, die sprachliche Vielfalt und die zahlreichen, zusammentreffenden Sicherheitskulturen standen Pate für das Motto. Das Rahmenprogramm bot, bei bestem Wetter, reichlich Gelegenheit zur Pflege des persönlichen Netzwerks und schloss mit einer Führung durch das historische Hauptgebäude der LMU ab.

Wie bereits in den Vorjahren, stellte auch diesmal der baulich-technische Arbeitsschutz einen Schwerpunkt dar. In mehreren Praxisbeiträgen wurden Beispiele der Gestaltung von Arbeitsplätzen präsentiert. So können zum Beispiel mit überschaubarem Aufwand und ohne zusätzlichen Flächenbedarf bei geschickter Planung Schreibzonen in Laboratorien eingerichtet werden. Diese ermöglichen beispielsweise die Lockerung der PSA Tragepflicht und die Reduzierung der Luftwechselrate, sofern einige Grundanforderung erfüllt werden. In der Tierhaltung sind neben den eigentlichen Forschungsarbeiten zahlreiche Tätigkeiten für die Pflege und den Unterhalt der Tiere erforderlich. Nach einer Analyse der Stoff- und Personenwege konnten diese bei einem vorgestellten Neubau getrennt und optimiert werden. Durch eine zentrale Anordnung häufig genutzter Einrichtungen wurden insbesondere die zurückzulegenden Wege verkürzt, was zu einer erheblichen Entlastung der Mitarbeiter beiträgt. Darüber hinaus wurden hygienisch kritische Überschneidungen eliminiert und hygienischer Belange bei Flucht- und Rettungswegen berücksichtigt.

Weitere Schwerpunkte waren arbeitsbedingte psychische Belastungen und die Arbeitsschutzorganisation an Hochschulen. Das Thema Führungsverantwortung spielt dabei nach wie vor eine herausragende Rolle. Leiterinnen und Leiter von Lehrstühlen und Forschungsbereichen haben Arbeitgeberpflichten: Sie sind Vorgesetzte und tragen die Verantwortung für ihre Beschäftigten. In der Praxis fällt es leider immer noch vielen schwer das zu akzeptieren.

Im Gefahrstoffbereich wird im Moment die Neueinstufung von Formaldehyd stark diskutiert. Davon sind nicht nur Forschungslaboratorien betroffen, sondern auch Fakultäten für Medizin, Physik oder Chemie. Ein Vortrag beleuchtete die Konsequenzen der Neueinstufung für den Arbeitsschutz. Wie die Formalinbelastung in Präparierkursen gesenkt werden kann, zeigte ein Praxisbeitrag: Durch Absaugung an den Präpariertischen war es in dem Beispiel möglich die strengen Grenzwerte weitestgehend einzuhalten. Durch das Aufdecken der Präparate einige Zeit vor Kursbeginn soll zukünftig eine weitere Verbesserung erreicht werden.

Rechtlich werfen die Änderungen von Betriebssicherheitsverordnung (bereits beschlossen) und Arbeitsstättenverordnung (geplant) ihre Schatten voraus. Hier kann im nächsten Jahr sicher über erste Erfahrungen berichtet werden. Die Gefährdungsbeurteilung wird dabei immer wichtiger. Mittlerweile ist zwar allen klar, dass eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden muss, aber die Verbindlichkeit dieses Instrumentes ist noch nicht allen in vollem Umfang bewusst.

Drei Tage intensiven und konstruktiven Erfahrungsaustauschs, in kollegialer Atmosphäre, geben reichlich Anregungen für ein weiteres Jahr guter Präventionsarbeit, bevor sich erfahrene und neue Kolleginnen und Kollegen im Mai nächsten Jahres, in Berlin wiedersehen.

Informationsmaterial:

  • Programm
  • Vorträge zum Herunterladen folgen (nur für VDSI Mitglieder)